Pragmata ist das neueste Werk von Capcom, das auf einem Sci-Fi-Horror-Universum basiert und mit der RE Engine entwickelt wurde. Es bietet ein Third-Person-Shooter-Gameplay kombiniert mit Hacking-Minispielen, welche die Beziehung zwischen dem Protagonisten und seiner kindlichen Androiden-Begleiterin beleuchten. Angesiedelt in einem Mondforschungszentrum war der Titel in der Community extrem beliebt und konnte seit seiner Veröffentlichung mehr als 2 Millionen Verkäufe verzeichnen. Insgesamt wurde das Spiel von Kritikern positiv aufgenommen, und die Spieler schätzten vor allem seine Zugänglichkeit sowie seine emotionale Wirkung.

In einer Ära voller ausufernder Open-World-Spiele ist Pragmata eine willkommene Abwechslung: Es ist ein schnelles Spiel mit einer straffen Geschichte von 10–12 Stunden (15–16+ Stunden für Komplettierer). Es verfügt über ein gutes Set an Mechaniken, packende Kämpfe und eine emotionale Geschichte über menschliche Beziehungen.

Ein in der Isolation geschmiedetes Bündnis

Die Geschichte spielt in der nahen Zukunft auf dem Mond, dem Zentrum der Mondanlage der „Delphi Corporation“ namens „The Cradle“ (Die Wiege). Die Anlage wird durch ein neu entdecktes Mineral namens „Lunafilament“ angetrieben, das es der Einrichtung zusammen mit 3D-Druckern („Lim-Replikatoren“) ermöglicht, fast alles herzustellen. Nachdem jedoch der Kontakt zur Erde abriss, wurde ein von Hugh Williams geleitetes Untersuchungsteam zu der Anlage geschickt. Nach einem Mondbeben und Hughs Begegnung mit der abtrünnigen KI (IDUS) sitzt er gemeinsam mit der experimentellen Androidin Diana (Pragmata D-I-0336-7) auf dem Mond fest, die über Hacking-Fähigkeiten verfügt. Während des gesamten Spiels steht die Beziehung zwischen Hugh und Diana im Mittelpunkt der Handlung, da die beiden versuchen, nach Hause zurückzukehren, wobei Hugh Diana etwas über die Menschheit und die Welt außerhalb des Mondes beibringt.

Zu den Themen des Spiels gehören Menschlichkeit und Künstlichkeit, Elternschaft sowie die Gefahren der Technologie. Dianas Neugier auf die Erde und ihre Kultur wird der künstlichen und sterilen Umgebung der Mondanlage gegenübergestellt. Die Geschichte ist charmant und herzlich – ein echter Geheimtipp, der viel Potenzial für das Genre der „Dad-Games“ (Spiele mit Vaterrollen) bietet, bei denen es meist um einen mürrischen Protagonisten und sein Kind geht. In Pragmata wird die Beziehung zwischen den Charakteren jedoch auf eine gesündere und glücklichere Weise dargestellt, was man in Spielen dieses Genres nicht oft sieht. Einige kritisieren das Spiel dafür, dass die Handlung vorhersehbar sei und man Datenprotokolle lesen müsse, um den Kontext und die Details der Geschichte vollständig zu verstehen. Das Ende des Spiels und die Post-Credit-Szenen bieten einen passenden Abschluss für die Beziehungen der Charaktere, während sie dem Spieler gleichzeitig optionale Herausforderungen bieten.

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Hacken, Schießen, Überleben

Das Gameplay von Pragmata ist seine größte Stärke, die es dem Spieler ermöglicht, das Spiel auf eine einzigartige und zugängliche Weise zu erleben. Das Spiel bietet ein Hack-and-Shoot-Third-Person-Shooter-Gameplay, das den gleichzeitigen Einsatz beider Charaktere erfordert: Während Hugh auf die Gegner schießt, muss der Spieler die Rüstung der Feinde hacken. Dies legt deren Schwachstellen offen und macht sie anfällig für Hughs Angriffe. Die Kämpfe des Spiels sind rasant; der Spieler kann feindlichem Feuer ausweichen, schießen und verschiedene Gegenstände einsetzen. Zudem lässt sich das Jetpack nutzen, um Aussichtspunkte zu erreichen und die Gegner abzulenken. Das Hacking-Minispiel ist einfach, aber effektiv und erfordert vom Spieler, den Cursor über ein Raster zu bewegen, dabei Hindernissen auszuweichen und optionale Boni zu sammeln, die Attributserhöhungen und andere Gegenstände einbringen.

Das Spiel bietet außerdem eine Vielzahl von Waffen, darunter Schrotflinten, Pistolen, Gewehre, Granaten und andere Waffen, die jeweils ihre eigenen Stärken und Schwächen haben. Der Spieler kann seine Waffen und Ausrüstung mit dem gesammelten Lunafilament verbessern. Darüber hinaus können „REM“-Daten gesammelt werden, mit denen Hugh und Diana verschiedene Geschenke gemacht werden können, was wiederum neue Fähigkeiten und Upgrades freischaltet.

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Die Arenen des Spiels sind abwechslungsreich und reichen von engen Räumen bis hin zu großen, offenen Arealen, wobei die Bosskämpfe die Mechaniken des Spiels auf einzigartige Weise nutzen. Der Spieler kann zudem über die Simulationskammer auf Nebenmissionen zugreifen, die für zusätzliche spielerische Abwechslung sorgen. Das Spiel bietet ein gutes Maß an Erkundung mit verschiedenen Sammlerstücken und Geheimnissen, die vom Spieler entdeckt werden können.

Die Kämpfe können sich jedoch mit der Zeit etwas wiederholen, und manche Steuerungselemente sind bisweilen unintuitiv. Das Spielgefühl ist sehr gut, sodass der Spieler richtig in den Flow kommen und das Gameplay genießen kann. Der gleichzeitige Einsatz von zwei Charakteren ist eine willkommene Abwechslung, die außergewöhnlich gut umgesetzt wurde. Er bietet dem Spieler reichlich Vielfalt im Gameplay, was durch die Upgrades und die Nutzung des Terrains noch verstärkt wird.

Die Präsentation des Spiels ist sehr gelungen und zeichnet sich durch detaillierte Umgebungen sowie Charaktermodelle aus. Die Spielphysik ist gut, sodass sich Trümmerteile realistisch verhalten. Das Sounddesign ist außergewöhnlich gut; die Umgebungsgeräusche und die Synchronisation – mit David Menkin als Hugh und Grace Saif als Diana – gehören zu den besten der Branche.

Mein Fazit

Pragmata ist ein Spiel, das Action-Adventure-Gameplay, eine berührende Geschichte und eine beeindruckende Präsentation miteinander verbindet. Es ist eine erfrischende Alternative zu den langatmig gewordenen Open-World-Spielen, da es eine gelungene, actiongeladene Erfahrung bietet, in die man leicht hineindet und die sich schnell durchspielen lässt. Das Hack-and-Slash-Gameplay, kombiniert mit dem Zwei-Charakter-System, ist die größte Stärke des Spiels – es ist einfach zu erlernen, aber extrem belohnend zu meistern. Die Präsentation des Spiels ist gut, mit detaillierten Umgebungen, gelungenen Charaktermodellen und einer starken Synchronisation. Die Geschichte ist charmant und herzlich; sie konzentriert sich auf die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren, während sie gleichzeitig eine Botschaft über Technologie und Menschlichkeit vermittelt. Insgesamt ist Pragmata ein absolutes Must-Play für jeden, der das Genre der „Dad-Games“ mag, da es einer der bisher besten Vertreter dieses Genres ist.